Nach den intensiven Stunden rund um das WM-Spiel in Dallas hieß es: Koffer ins Auto, Blick nach Norden – und ab nach Oklahoma. Was als reine Etappenfahrt geplant war, wurde zu einem der schönsten Abschnitte unserer ganzen Reise.

Ein Stopp, der auf keiner Texas-Reise fehlen darf: Buc-ee’s

Auf dem Weg von Dallas nach Medicine Park haben wir bei Buc-ee’s haltgemacht – und wer schon einmal dort war, weiß, dass das kein gewöhnlicher Tankstopp ist. Buc-ee’s ist eine Institution: riesige Travel-Center mit einer schier endlosen Anzahl an Zapfsäulen, einem Laden so groß wie eine kleine Markthalle und dem freundlichen Biber als Markenzeichen. Man spricht hier nicht ohne Grund von den größten Tankstellen der Welt.

Aber wir waren natürlich vor allem wegen einer Sache da: dem weltberühmten Brisket-Sandwich. Zartes, stundenlang geräuchertes Rinderbruststück, frisch aufgeschnitten und auf der Zunge zergehend – ein Geschmackserlebnis, das man auf jeder Texas-Reise einmal gemacht haben sollte. Dazu ein paar der legendären Snacks für die Weiterfahrt, und der Roadtrip-Modus war endgültig aktiviert. Wer durch diese Gegend fährt und bei Buc-ee’s nicht anhält, verpasst etwas. Versprochen.

Ankunft in Medicine Park

Frisch gestärkt ging es weiter nach Medicine Park, einem charmanten kleinen Ort am Rande der Wichita Mountains. Unser Quartier hat uns dann endgültig umgehauen: ein wunderbares Airbnb mit einem Indoor-Wellnessbereich, wie man ihn selten zu Gesicht bekommt.

Nach Tagen voller Trubel, Fangesänge und Stadionatmosphäre war das genau die richtige Mischung aus Erholung und Komfort. Manchmal ist die Unterkunft eben nicht nur ein Ort zum Schlafen, sondern ein kleines Highlight für sich.

Wildnis pur: Bisons und Longhorns hautnah

Das absolute Naturhighlight ließ nicht lange auf sich warten. In der Umgebung – im weiten, ursprünglichen Gelände des Wichita Mountains Wildlife Refuge – haben wir wilde Tiere in freier Natur erlebt: mächtige Bisons und beeindruckende Longhorns, ganz nah und völlig ungestört.

Diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, vor der Kulisse der zerklüfteten Granitberge, war ein wirklich wunderbares Erlebnis. Solche Momente erinnern einen daran, warum man überhaupt reist: nicht nur für die großen Events, sondern für genau diese unerwarteten, stillen Augenblicke.

Weiter nach Tulsa: Hard Rock Hotel & Casino

Von der Wildnis ging es schließlich in eine ganz andere Welt: weiter nach Tulsa, ins Hard Rock Hotel and Casino. Der Kontrast hätte größer kaum sein können – von Bisons und Bergluft zu funkelnden Lichtern, Musik und der Energie eines großen Casinos.

Und wir hatten einen wunderbaren Abend mit einem Besuch im Olive Garden. Nach Tagen voller Roadtrip, Stadionkost und Snacks von unterwegs war das genau das Richtige: ein gemütliches Abendessen mit italienisch-amerikanischer Küche, dampfender Pasta und den berühmten Breadsticks. Manchmal braucht es nach all den großen Erlebnissen einfach einen entspannten, herzhaften Abend in guter Gesellschaft – und genau den haben wir bekommen.

Mit vollen Bäuchen und vielen neuen Eindrücken ging dieser Tag zu Ende. Von Brisket über Bisons bis zu den Lichtern von Tulsa – Oklahoma, du hast uns überrascht. Und das Abenteuer geht weiter.

Auf geht’s, Österreich – das nächste Match wartet! 🇦🇹

Eine kleine Bonus Story: Das schlechteste Essen meiner USA-Reise? Ausgerechnet McDonald’s.

Ich hab in den letzten Wochen einiges verdrückt auf dieser WM-Tour. Burnt Ends, die einem das Herz brechen vor Glück. Frühstücks-Pancakes so groß wie ein Gullydeckel. Tankstellen-Beef-Jerky um drei Uhr morgens irgendwo zwischen Oklahoma und Kansas. Und trotzdem – trotz allem – steht der Verlierer des Trips eindeutig fest: McDonald’s in den USA.

Ja, ich weiß. Daheim in Österreich ist der Mäci eine verlässliche Bank. Nichts Besonderes, aber solide. Hier drüben? Ein anderes Universum.

Fangen wir beim Burger an. Das Patty: dünn, grau, irgendwie traurig. Es schmeckt nicht nach Fleisch, es schmeckt nach der Idee von Fleisch, durchgegeben am Telefon. Das Brötchen so süß, dass ich kurz nachschauen musste, ob ich aus Versehen einen Nachtisch bestellt habe. Und die Gurke – diese eine, einsame, traurige Gurkenscheibe – liegt da wie ein Zeuge, der lieber nichts gesehen hätte.

Die Pommes, sonst der heimliche Star der Kette, kamen lauwarm und labbrig an, als hätten sie den Kampfgeist schon an der Theke aufgegeben. Dazu ein Softdrink in einer Größe, in der man zuhause einen Kanister Scheibenwischwasser kauft. Free Refill inklusive – als wäre mehr davon irgendeine Art von Trost.

Aber das eigentliche Tiefkapitel – das absolute Bodenlose – waren die Chicken McNuggets. Wenn der Burger nur traurig war, dann waren die Nuggets eine Beleidigung. Außen ein Panzer aus Panade, hart und glänzend wie lackiert, innen eine warme, blasse Masse, die mit Huhn ungefähr so viel zu tun hat wie ich mit Synchronschwimmen. Man beißt rein und wartet auf… irgendwas. Geschmack. Textur. Ein Lebenszeichen. Nichts. Dazu die Dipsaucen, die so süß sind, dass sie jedes verbliebene Hühnchen-Gefühl endgültig übertönen. Ich hab nach dem dritten Nugget aufgegeben und sie angeschaut wie ein Rätsel, das ich nicht lösen will. Sechs Stück. Zwei gegessen. Vier blieben liegen als stumme Mahnung.

Und das Beste: die Bestellung. Kein Mensch mehr an der Kassa, nur noch ein riesiger Touchscreen, der einen anschreit wie ein Werbeplakat. Ich hab drei Minuten gebraucht, um einen Hamburger zu finden, weil mir die Maschine vorher unbedingt noch ein Doppel-Triple-Bacon-Irgendwas andrehen wollte.

Das Verrückte ist ja: Ich bereue es nicht. So ein Tiefpunkt gehört zu jeder Reise dazu. Man muss das schlechteste Essen seines Lebens gegessen haben, um die Burnt Ends am nächsten Tag richtig zu schätzen. Insofern – danke, McDonald’s USA. Du warst grauenhaft. Und du wirst Teil der Geschichte.

Nächstes Mal halt ich mich an Barbecue. Versprochen.


Lies auch meinen neuesten Blogbeitrag: Dallas, wir kommen!